Tiptop Tipps: Istrien

Schönen guten Tach, die Herrschaften! Immer mal wieder werde ich nach konkreten Kroatientipps bzw. nach meinem Blogpost über meine Kroatienreise gefragt und ich muss dann immer ganz döselig zugeben, dass es ihn gar nicht gibt…DEN Kroatien-Blogpost. Zwar habe ich über meine Unterkünfte dort gebloggt, aber einen richtigen Roadtrip-Post samt schöner Empfehlungen und persönlicher Highlights habe ich nie geschrieben. Aber das ändere ich jetzt! Da ich entlang der Küste vom Norden in den Süden gefahren bin, unterteile ich meine Kroatien-Tipps in zwei Blogposts. Fangen wa erst mal mit Istrien (Norden) dran:

Achtung: Ich war zur Nachsaison in Kroatien unterwegs und die Vermutung liegt nahe, dass viele der Orte, die ich als wunderschön wahrgenommen habe, im Frühjahr und Sommer von Touris geradezu plattgerannt werden. Das kann die Atmosphäre natürlich erheblich beeinträchtigen.

Aber nun zur Sache:

Die erste Nacht in Kroatien habe ich aufgrund einer Fehlplanung in Rijeka verbracht – muss man nicht gesehen haben, auch wenn die Übernachtung im Botel Marina ganz lustig war. Richtig los ging die Reise eigentlich erst mit dem zweiten Tag und mit Julius‘ und meiner Ankunft auf der Halbinsel Krk. Nach Krk sollte man allein schon deshalb reisen, weil es so viel Spaß macht, den Namen auszusprechen Krk. KRRRRRK. KRKKKK. Aber natürlich ist das nicht der einzige Grund.

Vrbnik auf Krk

In dem süßen, kleinen Örtchen Vrbnik auf Krk versteckt sich die engste Gasse der Welt, die in Wahrheit nur die zweitengste Gasse der Welt ist. Macht nix, ist nämlich trotzdem lustig, sich durch die Klancic – so ihr Name – zu quetschen.

Gerade mal knappe 40cm ist sie schmal und wenn Ihr mich fragt, gehört es dazu, verwirrt durch die Gegend zu laufen, bis man plötzlich vor ihr steht. Ein Spaziergang durch Vrbnik lohnt allemal! Ein wunderschönes Hutzeldörfchen mit vielen schönen Details wie verzierten Stromkästen, begrünten Hauswänden und ein paar niedlichen Lädchen. Am meisten haben mich allerdings die Privatparkplätze mit Meerblick begeistert („Diese Parkplätze sind schöner als mein ganzes Leben!“). Ihr findet sie und ein traumhaft gelegenes Lokal namens Morska Vila, wenn Ihr hinter der Stadtmauer zum äußersten Rand des Ortes über dem Meer lauft.

Wenn man das Morska Vila durchquert, gelangt man auf eine kleine Terrasse, auf der man wunderbar aufs Meer blicken und eine Kleinigkeit essen und/oder trinken kann. Da sitzt mal viel netter als auf den größeren Touri-Terrassen, die ein paar Meter weiten auf einen warten!

Vela Plaža in Bažka auf Krk

Dieser Strand hat mein Herz im Sturm erobert – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn als wir dort ankamen, blies gerade die Bura. Bura-Böen gehören zu den stärksten der Welt (hab ich nachgelesen) und sind für die Region recht typisch.

Erst war ich ein klein wenig enttäuscht, weil ich dort so gerne im Meer hatte baden wollen, aber nach ein paar Stunden legte sich der Wind und das Wasser war plötzlich SO unglaublich klar (und kalt!), dass es schon schön genug war, es einfach nur anzuschauen – gemeinsam mit gefühlt 20.000 Senioren, die auf einmal aus allen Ecken gekrochen kamen, um an der Promenade in der Abendsonne Platz zu nehmen.

Jedenfalls ist die Bura bekannt dafür, das Meer zu klären, und ich habe mich gefreut, dass ich dieses Phänomen live erleben konnte, auch wenn die eiskalten Wellen mich ordentlich erwischt haben.

Panorama-Friedhof von Bažka auf Krk

Ohne Bura-Action könnte es am Vela Plaža sehr voll werden, ist halt (aus gutem Grund) ein Touri-Magnet. Trotzdem lohnt ein Ausflug dorthin in jedem Fall, denn oberhalb des Ortes Bažka liegt ein dermaßen sagenhafter Friedhof, dass es einem schier den Atmen verschlägt! Der Ausblick über Bažska, das Meer, die Berge – sicherlich eine meiner schönsten Erinnerungen an diese Reise.

Die Grabstätten habe ich wirklich als sehr beeindruckend wahrgenommen. Während Friedhöfe auf mich sonst IMMER sehr bedrückend wirken, verhielt es sich hier ganz anders. Dies ist ein Ort, der tatsächlich Frieden und eine ganz besondere Wärme ausstrahlt. Die Grabstätten sind außergewöhnlich liebevoll angelegt und ich könnte mir vorstellen, dass die Angehörigen der dort begrabenen Menschen diesen Ort als richtig trostspendend empfinden.

Was redet die so lange über einen Friedhof? Tja, stattet ihm einen Besuch ab und Ihr werdet verstehen. Echt jetzt! (Und wenn Ihr „Friedhof Bažska“ googelt, bekommt Ihr noch ein paar toll klingende Wandertipps, die mir leider vor Ort entgangen sind. Da gibbet noch ne Mondlandschaft zu entdecken und…ach, lest es Euch bei Interesse einfach durch.)

Naturschutzgebiet Kap Kamenjak

Als Kap Kamenjak wird die südlichste Spitze Istriens bezeichnet, die in Form einer Halbinsel eben genau das zu bieten hat, was der Begriff „Naturschutzgebiet“ vermuten lässt. Hier ist fast alles naturbelassen und nicht jeder der vielen, vielen Strände wird gepflegt. Über endlos wirkende Schotterstraßen haben wir das für uns schönste Fleckchen gesucht und sind schließlich mehr oder weniger aus Versehen in der Safari Bar gelandet, die mich offenbar SO sehr beeindruckt hat, dass ich nicht ein einziges Foto von ihr gemacht habe. (Und überhaupt war ich hier fototechnisch nur mit dem Handy unterwegs…)

Es handelt sich um eine Naturbar im tiefsten Dickicht. Tische, Bänke und Stühle sind handgefertigt aus Naturmaterialien und in zahlreichen natürlichen Nischen zwischen Büschen und Bäumen zu finden. Man muss immer wieder gebückt laufen, um sich seinen Weg hindurch zu bahnen. Riesige (!) Schaukeln, ein hölzerner Ausguck und so viel außergewöhnlich Schönes gibbet dort zu finden, dass ich es bis heute bereue, dass wir lediglich durchmarschiert sind, um runter ans Meer zu gelangen.

FAHRT DA HIN! Und trinkt in der Safari Bar einen für mich mit ehe Ihr zu den unterhalb gelegenen Natursteinterrassen ans Meer lauft. Das hier ist wirklich ein sehr besonderes Fleckchen mit bombastischer Hippie-Surfer-Atmosphäre.

Ach so, im Kap Kamenjak gibbet auch noch einen Dinosaurier-Pfad. Hab ich aber nur gelesen, nicht gesehen. Könnte aber ganz interessant sein, gerade mit Kindern…Spurenlesen und so.

(Wenn man das Gebiet mit dem Auto befahren will, muss man eine kleine, wirklich vertretbare Eintrittsgebühr zahlen. Wer zu Fuß hingeht, hat sich was vorgenommen…würde ich eher von abraten. Die Halbinsel ist wirklich SEHR weitläufig! Wir haben gegen Abend zwei Jungs im Auto mitgenommen, die zu Fuß unterwegs waren und schlapp gemacht hatten.)

Rovinj

Der Ausflug nach Rovinj war für mich der wohl schönste Stadtbesuch während meiner gesamten Reise. Was für ein großartiges, kleines Städtchen! Die Gehwegsteine sind so glatt, dass sie in der Sonne glänzen und man gut aufpassen muss, nicht auszurutschen – also besser Turnschuhe als schnieke Sandalen anziehen, kein Witz! In Rovinj hat mir SO viel gefallen, dass ich mich im Folgenden nur auf zwei Highlights beschränke.

Felsstrand Baluota, Rovinj

„Städtetrip? Da brauche ich keinen Badeanzug!“ – wenn ich in Kroatien einen Fehler gemacht habe, dann diesen! Wir haben uns einfach nur treiben lassen und uns über die verschlungenen, kleinen Gassen und die vielen krüppeligen Treppenstufen gefreut, als wir plötzlich mitten im Zentrum unterhalb der Kirche der Heiligen Euphemia vor einer wunderschönen Bucht standen, die durch mächtige Felsplateaus eine Art natürliche Riesenbadewanne schafft. Meine Güte, hätte ich da gerne gebadet! Aber meine Unterwäsche war…naja…nicht angemessen.

Mediterraneo Bar, Rovinj

Also sind wir einfach weiter die Straße entlang gegangen und landeten in der Mediterraneo Bar. BÄM – verzaubert! Diese Bar ist in die Felsen direkt am Meer hineingebaut worden. Schöne Musik, leckere Getränke, urig-bunte Möblierung…und dazu ununterbrochenes Wellenrauschen. Es war perfekt – und wir ganz schön glücklich.

Pula

Mit Pula haben wir uns ehrlich gesagt nicht groß beschäftigt, sondern nur schnell einmal das römische Amphitheater umrundet. Es ist das weltweit sechstgrößte seiner Art und gegen ein kleines Entgelt kann man es auch von innen besichtigen. Uns hat es aber gereicht, die Schattenspiele, die die untergehende Sonne mit den Mauern trieb, von außen zu beobachten. Dann sind wir schnell weiter gedüst, um noch den Sonnenuntergang am Meer zu erwischen. Ob Pula sonst noch was kann? Weiß ich nicht. Und anscheinend hauen mich Amphitheater noch nicht mal genug um, um ein halbwegs anständiges Foto davon zu machen. Also weiter mit einer…

Bootstour ab Medulin

Medulin gilt als einer der größeren Touri-Orte Istriens. Zur Nachsaison herrschte allerdings – zum Glück – tote Hose. Angeblich soll es dort zur Hochsaison sogar einen kleinen Vergnügungspark direkt am Hafen geben. Nix für mich, aber es sei der Vollständigkeit halber trotzdem erwähnt. Apropos Hafen! Dort haben wir uns einfach eins der vielen Ausflugsschiffe herausgepickt, um eine kleine Seefahrt samt Verköstigung zu unternehmen. Erst mutete das Ganze fürchterlich tourimäßig an und ich wusste nicht, ob ich über das Partyboot „Sandra“ lachen oder weinen sollte. Tja, watt soll ich sagen?! Am Ende hab ich geheult und zwar vor Glück. Weil die Musikauswahl so bekloppt-durcheinander-richtig war. Und weil das Boot zu einer Grotte am Kap Kamenjak fuhr und dort anhielt, so dass man vom Boot ins Meer springen und ins Innere der Grotte schwimmen konnte!

Diese Grotte war der Oberhammer! Von oben fiel Licht hinein und die Höhle hat einfach unglaublich gefunkelt. Mit etwas Kletterei konnte man sich in eine Öffnung in der Felswand stellen und den anderen Partybootgästen zuwinken.

Hab ich natürlich gemacht – stolz wie Oskar, schließlich war ich noch nie zuvor einfach mal in eine Grotte geschwommen! Den nächsten Halt machte das Boot dann auf der Insel Ceja. Dort gibbet ne tolle Caktusbar.

Und ich so heulheul, weil halt voll schön und so. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mir dieser eigentlich mega touristische Bootsausflug so viel Freude machen würde und ich bin froh, eigentlich nur Julius zuliebe an Board gegangen zu sein.

Brijuni Inseln

Die Brijuni Inseln stellen mit 14 Inseln und einer Gesamtfläche von 736ha den einzigen Nationalpark Istriens dar. Ich habe die Fähre von Fazana genommen und diese Überfahrt (inkl. Eintritt für eine der Inseln) hat mich echt ganz schön viel Schotter gekostet. Als mir die Dame im Fährbüro den Preis nannte, wollte ich schon auf dem Absatz kehrt machen, aber dann hat sie „SAFARIPARK“ gesagt und hatte mich im Sack. Ich sachet direkt: Der Schotter hat sich gelohnt! Ich habe den ganzen Tag auf der Insel verbracht, habe kaum mal eine Menschenseele gesehen, bin laaaaange in einer einsamen Bucht geschwommen und mit einem gemieteten Fahrrad durch die wirklich wunderschöne Natur geradelt.

Dies war mein erster Alleine-Ausflug, da Julius in der Nacht zuvor zurück nach Deutschland geflogen war, und ich hätte wirklich keinen schöneren ersten Alleine-Tag haben können. Auch die Fahrt mit der Fähre hat dazu beigetragen.

Der Blick zurück aufs Festland, der Fahrtwind im Haar…ich hab mich frei gefühlt und jede Sekunde auf der Insel bis in die Abendstunden genossen, auch wenn ich den Safaripark nur ganz kurz in Augenschein genommen habe. Das kommt davon, wenn man sich nicht mehr von seiner einsamen Bucht loseisen kann.

So. Das waren meine Tipps für Istrien. Aber am alleeallerwichtigsten, so wichtig, dass ich es am liebsten quer über den Post schreiben würde: IHR BRAUCHT WASSERSCHUHE!

Egal wie doof sie aussehen, ohne die Teile ist man am Strand und im Meer echt aufgeschmissen. Die Steine sind nicht nur glatt, sondern teilweise auch äußerst scharf. So, die Omma hat gesprochen. HIER geht es weiter mit Dalmatien und meinem ersten Alleine-Roadtrip.

Merke: Wasserschuhe!
IM ERNST!

 

  • Anni
    22. August 2017

    Aaaaaaaaaaaaah was für ein toller Post! Ich fliege Mitte September nach Istrien und werde vorher deine Tipps noch mal genauer anschauen. Die Wasserschuhe stehen schon auf meiner Packliste 😉 Ach und: HERZLICH WILLKOMMEN ZURÜCK 🙂 G Anni

  • Kindausmruhrpott
    22. August 2017

    Sorry fürs zuspammen deiner Posts:
    Aber ich muss kurz mal loswerden, wie sehr ich deine Bilder liebe.
    Du solltest damit deine ganze Wohnung oder zumindest Fotoalben vollkleistern!

  • MAnon
    22. August 2017

    Genau WASSERSCHUHE super wichtig, wegen der guten Wasserqualität gibt es dort noch Seeigel und es gibt so gut wie keine Sandstrände… wir lieben Kroatien und sind immer auf Rab

  • Tanja
    22. August 2017

    So toll mach weiter so

  • Astridka
    22. August 2017

    Hach, was haben wir uns, der Herr K. & ich, über diese Fotos vom Strand in Baschka gefreut, erinnerten sie uns doch an die heftigen Wellen, durch die Bora verursacht, in die sich der damals 34 Jahre jüngere Herr K. wie ein Teenager gestürzt hat. Wir lieben diese raue Landschaft immer noch, auch wenn wir schon ewig nicht mehr dort waren. Danke fürs Mitnehmen!
    Astrid

  • Nicole
    22. August 2017

    Hallo Juli, dein Blog ist wirklich toll geworden ♡. Wir fahren im September auch nach Kroatien Rovinja) da kommt der Post gerade recht. Danke ♡

  • Sigrid
    22. August 2017

    Wir waren dieses Jahr auch in Istrien und haben eine Wanderung auf dem Dinosaurierpfad in Kap Karmenjak gemacht. Eine wunderschöne Wanderstrecke – aber wären wir alleine für die Dino-Fußabdrücke dagewesen, hätten wir uns wohl geärgert. Man sieht die schon (sind nicht gerade feinfühlig mit Farbe markiert), aber die Natur drumrum war toller. Ab und zu gibt es aber noch lustige Glasfaser-Modelle von Dinosauriern oder Haien. 😉
    Die Safari-Bar fanden wir übrigens ganz furchtbar und überlaufen – alles voller Instagramer! 😉 Ich bin da wohl nicht Hippie genug für…

  • Steffi
    22. August 2017

    Was für ein schöner Post!
    Klingt als könnte mir Istrien sehr gefallen…
    Aber mal was anderes. Was sehe ich da für sensationelle Tattoos auf deiner rechten Schulter? Magst du mal was dazu schreiben? Den nem-Fuchs haben wir ja schon genauer kennengelernt. Aber diese Kollegen…?
    Spannend… und sehr toll!
    Groetjes aus dem Nachbarland!

  • Lena
    23. August 2017

    Juli, du machst wunderschöne Fotos. So wie du mal gesagt hast in Kroatien. „Man muss sich auch mal umdrehen, um eine neue Perspektive für Fotos zu finden!“ Also so in der Art :-))

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