Tiptop Tipps: Dalmatien

Schönen guten Tach! Heiter weiter mit meiner kleinen Kroatien-Serie! Naja, Serie?! Gibt nur Teil 1 und Teil 2 – und das hier ist Teil 2. Beim letzten Mal hab ich meine schönsten Tipps für Istrien rausgehauen, jetzt geht es weiter in den Süden nach Dalmatien.

Während meiner ersten Roadtrip-Woche durch Kroatien hatte mich Julius begleitet, aber in Punkto Dalmatien war ich dann zum ersten Mal wirklich alleine on the Road. Auf der Autobahn 450km abgerissen und – bums – war ich in Šibenik. Dort hat mir die Altstadt ganz gut gefallen (…man hatte sie extra für mich mit ganz vielen bunten Wimpelgirlanden geschmückt, sehr freundlich!), aber eigentlich hatte ich mir den Ort nur zum Übernachten und als Startpunkt für zwei besondere Ausflugsziele in der Umgebung ausgeguckt. Von daher: keine Šibenik-Tipps an dieser Stelle. Kommen wir lieber direkt zu den Highlights!

Krka Nationalpark

Der Nationalpark mit dem lustigen Namen Krka liegt NICHT auf der Insel Krk, sondern 3,5h weiter südlich in der Nähe von Skradin. Von dort aus kann man in 25 Minuten wunderbar mit einem Boot über den gleichnamigen Fluss Krka (smaragdfarbenes Wasser!) bis zu einem der drei Eingänge tuckern. Alle anderen Eintrittsvarianten scheinen hingegen Parkchaos und lange Fußmärsche mit sich zu bringen (…hab ich zumindest gelesen). Macht das echt lieber mit dem Boot (fährt jede volle Stunde), ist nämlich wirklich eine tolle Wasserstrecke!

Vom Anlegersteg sind es dann auch nur noch 5 Minütchen bis zum ersten und zudem größten Wasserfall des Nationalparks. Der Skradinski Buk ist sagenhafte 800 Meter lang und mündet über viele, viele Etappen in einem kleinen See, in dem man schwimmen darf.

TIPP: Je früher man dort ist, desto besser, denn man ist nicht der oder die Einzige, der/die unbedingt unter diesem Wasserfall schwimmen will! Der Krka Nationalpark ist riesig und man kann dort sicher gut einen ganzen Tag zwischen den sieben Wasserfällen, Ruinen, Klöstern und Mühlen verbringen. Ich hatte, als ich dort war, leider ganz schlimm „Fuß“ und habe deshalb nur ein bisschen unterm Skradinski Buk rumgeplanscht – aber das war schon toll genug!

Die Meeresorgel von Zadar

In Zadar habe ich den schönsten Abend meiner ganzen Kroatienreise verbracht. Zwar bin ich auch einmal durch die recht weitläufige Altstadt gehumpelt, aber eigentlich war ich nur wegen der Meeresorgel und dem „Gruß an die Sonne“ dort. Ich glaube, ich habe noch nie etwas Atmosphärischeres in urbanem Kontext erlebt! Die Meeresorgel mag zwar aussehen wie schnöde Treppen am Meeresufer, ist aber tatsächlich eine Kombination aus architektonischem Objekt und experimentellem Musikinstrument, das im wahrsten Sinne des Wortes Meeresmusik erzeugt. Die Wellen strömen in Akustikröhren, die unterhalb breiter Steinstufen an der Promenade eingebaut wurden. Da kann man einfach sitzen oder liegen und das Meer singen hören.

Das sind einfach unbeschreibliche Klänge, die vielleicht ein klein wenig so klingen wie ich mir Walgesang vorstelle. Aber möglicherweise ist das auch Quatsch, schließlich hab ich noch nie Wale singen hören. Es ist wirklich toll, zu erleben, wie all die vielen alten und jungen Menschen dort sitzen und diesen sehr speziellen Klang genießen während sie aufs Meer blicken. Das hat mich wirklich unheimlich berührt.

Der „Gruß an die Sonne“ in Zadar

Noch mehr berührt hat mich allerdings der „Gruß an die Sonne“. Da liefen mir einfach nur noch die Tränen runter, als die Sonne unterging und das Lichtspiel seinen Lauf nahm. Hinter dem „Gruß an die Sonne“ steckt nämlich ein ebenerdiges, kreisförmiges Lichtobjekt (22 Meter Durchmesser), das aus mehrschichtigen Glasplatten besteht, welche pünktlich zum Sonnenuntergang im Rhythmus der Wellen leuchten und blinken. Das kann ich kaum beschreiben, man muss es einfach gesehen haben! Da sich die Meeresorgel direkt neben dem Lichtobjekt befindet, hört man zeitgleich auch noch ihre Klänge – eine wirklich besondere Verbindung aus Hören und Sehen. Was mich aber wohl am allermeisten weggehauen hat, waren die letzten Minuten vor dem Sonnenuntergang. Die Menschen standen im Kreis rund um den Gruß an die Sonne und haben gewartet, dass das Leuchten beginnt.

Das war eine sagenhafte Stimmung mit ganz viel knisternder Vorfreude und Spannung in der Luft. An diesem Abend hatte ich wie zu keinem anderen Zeitpunkt in Kroatien das Gefühl, dass die Menschen das, was sie dort erleben durften, wirklich ehrlich geschätzt und gewürdigt haben. Ob jung oder alt, jeder schien zu fühlen, dass dieser Ort an der südlichsten Spitze Zadars wirklich ein ganz Besonderer ist.

Ein Ort, der einem das Meer und seine „Macht“ einmal auf eine ganz andere Art und Weise nahe bringt, während man es gleichzeitig aber auch ganz „normal“ sehen, hören und riechen kann. Also eine Meereserfahrung auf mehreren Ebenen, für die ich immer noch von Herzen dankbar bin.

Ziplining in Omiš

In einem Vorort von Split hatte ich meine letzte und schönste Unterkunft (direkt am Meer!) gebucht und als sich am vorletzten Tag meiner Abreise schon etwas Abschiedswehmut breit machen wollte, wußte ich, dass ich etwas unternehmen musste, was mich so sehr umhaut, dass ich für Wehmut keinen Kopf mehr hätte. Also habe ich spontan entschieden, nach Omiš zu düsen, um dort ziplinen zu gehen. Schon allein die Fahrt dorthin war aufgrund der wunderschönen Küstenstrecke ein tolles Erlebnis! Omiš liegt am Meer UND am Fluss Cetina UND in den Bergen! Eine Hammer-Kombi! Nach der Anmeldung wird man mit einem Van tiefer in die Berge hineingefahren und muss dann ca. 10-15 Minuten bergauf laufen ehe man eine etwa 20 minütige Einführung ins Ziplinen bekommt. Ich sachet direkt: ist idiotensicher und pupseinfach – also rein technisch. Jemand mit Höhenangst wird das natürlich ganz anders empfinden.

Und dann geht’s auch schon los: Man jagt auf ACHT Ziplines in Höhe von 150 Metern über Klippen, Berge, Wälder und Flüsse – na gut, über EINEN Fluss, nicht übertreiben. Der Wind, die Sonne, die Luft, der Ausblick, der Duft der Bäume…so, so, sooooooo GRANDIOS! Es war noch so viel toller als ich gehofft hatte und es hat so viel Spaß gemacht „im Flug“ seine ganze Freude rauszukreischen – das ging nicht nur mir, sondern auch allen anderen Teilnehmern so. Einfach ein mega geniales Erlebnis in wunderschönster Natur, das mir jeden einzelnen Euro wert war!

Die Altstadt von Split

Einfach loslaufen und schon bald steht man ganz automatisch vor dem Palast des Diokletian, um welchen Split herum erbaut wurde. Dieser Palast, nein, eher sein Vestibül, war der eigentliche Grund für meinen Ausflug nach Split, denn an meinem letzten Tag musste ich mich entscheiden: ab auf eine der kleinen, vorgelagerten Inseln oder ab inne Stadt? Der Palast hat dann den Zuschlag bekommen, weil mich online seine Fotos einfach so begeistert hatten. Ich könnte da jetzt wer weiß was zu schreiben, irgendwas mit den alten Römern und so, aber kommen wir direkt zum Vestibül: Es hat über die Jahre sein Dach eingebüßt, ebenso all seine Verzierungen und Mosaike. Geblieben ist ein runder, hoch gemauerter Raum, der bei Sonnenschein ein ganz ungewöhnlich warmes Licht einfängt und gleichzeitig eine tolle Akustik erzeugt.

Ich hatte das Glück, eine kroatische 5-Mann-Kombo mit traditonellem Gesang dort erleben zu dürfen – alter Vatter, watt hab ich geheult. Mit sowas kriegt man mich ja! Egal wohin Ihr schaut, dort gibt es so viel sakrales Bauwerk zu bestaunen, dass man schon leicht überfordert sein könnte. Das Gleiche gilt leider auch für die Touri-Massen, die sich dort tummeln. Unanstrengend ist das nicht, aber das Vestibül und der Ausblick über Split vom Glockenturm haben mich trotzdem bei bester Laune gehalten.

Ansonsten hab ich mich einfach nur treiben lassen, bin durch schmale Gassen und Hinterhöfe gestromert, über einen unterirdischen Markt gelaufen, habe in einer kleinen Passage sogar ein Dach aus vielen bunten Regenschirmen entdeckt und mich auf allen zwei Metern über diese herrliche Altstadt gefreut, in der einfach alles so wunderbar krumm und schief ist.

So. Das waren meine Dalmatien-Highlights. Es gibt noch zig andere tolle Dinge, die man dort unternehmen kann, also sind das einfach nur MEINE und nicht DIE Highlights Dalmatiens, ne?! Ich war dort ja leider nur eine Woche unterwegs und kann somit nicht alles kennen (…auch leider). Ich bin im Nachgang meiner Reise oft gefragt worden: Istrien oder Dalmatien – wo ist es toller?! Darauf hab ich Ehrenwort keine Antwort…und wenn man mir die Beine abhacken würde. Ich habe jeden Tag, jeden Ort und jedes Erlebnis genossen und das Einzige, was ich sagen kann, ist: Mich hat in Kroatien NICHTS enttäuscht, aber ich glaube, dass meine Erfahrungen in der Hochsaison nicht soooo schön gewesen wären, weil mich die Touri-Massen wahnsinnig gemacht hätten. Ich möchte mir on the Road einfach einbilden können, keiner dieser Touris zu sein – auch wenn ich natürlich einer bin.

Merke: Weitere tolle Tipps zu Kroatien findet Ihr auf DIESEM BLOG!

 

  • Nina
    22. August 2017

    So es steht jetzt felsenfest; ich werde im nächsten Jahr nach unglaublichen 17 Jahren endlich wieder nach Kroatien reisen! Danke für deinen wundervollen Bericht 😍

  • Astridka
    22. August 2017

    Ich könnte mich auch nicht für eine der beiden Landschaften entscheiden – es sei denn, Montenegro stünde auch noch zur Diskussion. Das toppt alles!
    Aber ich war auch schon ewig nicht mehr dort…
    LG
    Astrid

  • Bea
    22. August 2017

    Mit deinen Worten fühlt man sich sofort in deine Videos zurück versetzt. Man war das schön. Hatte sich fast angefühlt, wie selbst Urlaub zu haben 🏖

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